“Indische Wirtschaft” wird Partner von “Indien Aktuell”

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“Indische Wirtschaft” – das Online-Medium zum Wachstumsmarkt – kooperiert ab sofort mit der in Deutschland beheimateten Indien-Community “Indien Aktuell“. Ein Banner-Tausch findet ebenso statt wie eine Kooperation im inhaltlichen Bereich: Die Autoren von “Indische Wirtschaft” – Stefan Mey und Wolfgang Bergthaler – werden die reichweitenstarke Community mit Wirtschaftsnachrichten rund um das südasiatische Land beliefern. Weitere Projekte sollen in Zukunft länderübergreifend und partnerschaftlich realisiert werden.

„Das frische Team von Indische Wirtschaft passt gut zu Indien Aktuell,“ sagt Sven Andreßen, Chefredakteur von Indien Aktuell Business, mit Hinweis auf die jahrelange Indien-Erfahrung der beiden Autoren des erst Anfang 2010 gegründeten Erfolgsmediums. “Für uns wiederum bedeutet die Kooperation eine starke Erhöhung der Reichweite, vor allem im deutschen Markt”, ergänzt Stefan Mey von Indische Wirtschaft. Weiteren Projekten blicke man mit großer Vorfreude entgegen. (red)

Indien – Hoffnungsträger der Weltwirtschaft..? (Event-Tipp)

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Gemeinsam mit Brasilien, Russland und China bildet Indien den “Block” der BRIC-Staaten. In diesen vier Staaten leben etwa 40 % der Weltbevölkerung und ihr Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt beträgt derzeit lediglich 10 %. Mit jährlichen Wachsraten von 5 bis 10% sind sie aber schon heute der Motor der Weltwirtschaft. Prognosen besagen, dass sie bis 2050 die G8-Staaten überflügeln könnten.

Am 19. und 20. Oktober 2010 findet in der Wirtschaftskammer Österreich eine Konferenz zu den Wachstumsmärkten Brasilien, Russland, Indien und China statt.

Neben den WKO-Spitzen Präsident Dr. Christoph Leitl, Dr. Walter Koren, (Leiter der Außenwirtschaft) und Mag. Hans-Jörg Hörtnagl (Handelsdelegierter in New Delhi) sind auch hochrangige Vertreter aus der heimischen Wirtschaft (Wienerberger, Lenzing, Red Bull u.v.m.) und aus Indien vertreten.

Die Details der Veranstaltung finden Sie auf der Seite der WKO: http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StID=565397&DstID=0&titel=BRIC-Konferenz,in,der,Wirtschaftskammer,%C3%96sterreich

Inder sind kreativer, innovativer und wettbewerbsfähiger als Europäer

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Not macht erfinderisch
Die indische Innovationskraft liegt oft in der Notwendigkeit zu überleben und Probleme zu meistern. In Indien leidet ein Großteil der Bevölkerung an Ressourcenengpässen. Daher sind Inder, besondere Menschen, die mit wenig auskommen müssen, Meister der Improvisation, hoch-kreativ und innovativ, wenn es darum geht einfache und kostengünstige Lösungen zu schaffen.

Keine Innovation ohne Risiko
Innovationen sind Erneuerung im Sinne von wesentlichen Verbesserungen. Kreativität ist die Mutter der Innovation und stark kulturell geprägt. Gesellschaften mit hoher Bereitschaft, Risiken einzugehen (mit einem niedrigen Uncertainty Avoidance Index), wie etwa Indien, tun sich leichter mit Kreativität und Innovation.

Anpassungsfähigkeit als typisch indische Kulturtechnik
Indien ist eines der vielfältigsten und diversifiziertesten Länder der Welt. Nicht umsonst spricht man von einem Subkontinent. Die kulturelle Vielfalt des Landes ist weltweit einzigartig.
Die Inder sind im eigenen Land einer unüberschaubaren Menge an Einflüssen ausgesetzt – verschiedenen Sprachen, Schriften, Religionen und Gebräuchen. Indien ist keine Mischkultur, sondern ein Nebeneinander unzähliger ethnischer, religiöser, sozialer Schichten, die Seite an Seite leben.
Als Inder lernt man sehr bald die kulturellen Unterschiede zu erkennen, damit umzugehen, und sich in jeder Lebenssituation neu anzupassen. Durch dieses Umfeld sind sie es gewohnt mit fremden und neuen Rahmenbedingungen zurecht zu kommen. Diese Anpassungsfähigkeit ist die Grundlage für kreatives Denken und Innovationsgeist.
Frans Johansson beschreibt in seinem Bestseller “The Medici Effect” wie sich “Diversity” überproportional positiv auf die Innovationsfähigkeit auswirkt: Alle neuen Ideen sind Kombinationen vorhandener Ideen. Je weiter entfernt (diverse) die verknüpften Ausgangsideen sind, desto bahnbrechender werden die neuen Ergebnisse sein.
Indien wird auch oft mit dem Slogan “unity in diversity” beschrieben. Der Titel ist Programm. Welche Gesellschaft oder welches Land wäre wohl prädestinierter, als Indien. Dort gibt es kein Team, die nicht “diverse” ist. Hindus der unterschiedlichsten Kasten, Moslems, Sikhs, Jains und Christen, aus den unterschiedlichsten Landesteilen, arbeiten gemeinsam in den verschiedensten Organisationen, Firmen, aber auch in Verwaltung und Politik.

Wir Europäer nützen das “Diversity”-Potential der Europäischen Union nicht annähernd aus. Die EU muss Indien werden – zumindest was die Integration und Vernetzung aller europäischen Nationen betrifft. In dieser Diversity liegt unglaubliches kreatives Potential.

„Change“ ist Teil der kulturellen NDA der Inder

Indien ist durch seine religiösen Wertvorstellungen der perfekte Nährboden für Innovationen. Der Hinduismus prägte eine zyklische Kultur, wo das Leben einem permanent Wandel unterworfen ist. Der Kreislauf der Wiedergeburt ist Basis einer laufenden Erneuerung, quasi eines Innovationsprozesses – eines revolutionären, nicht evolutionären.
Die indische Götterwelt besteht aus hunderttausenden Gottheiten, die aber alle Reinkarnationen der 3 Hauptgötter sind: Brahma (Schöpfer), Vishnu (Erhalter), Shiva (Zerstörer). Die kreative Zerstörung á la Schumpeter wurde im Hinduismus durch Shiva schon tausende Jahre vorweg genommen.

Monotheismus schadet nachhaltig dem Innovationsgeist

Die abendländische Tradition Europas fußt auf Linearität, Logik, Ratio und Evolution. Unsere christlich geprägte Kultur geht davon aus, dass es nur eine Wahrheit (ein Gott, ein Buch) gibt – das gilt in ähnlicher Weise auch für alle anderen Kulturkreise, die monotheistisch geprägt sind.
Diese logisch-linear-strukturierte Denkstruktur hemmt chistlich und muslimisch geprägte Kulturen bei der Entwicklung neuartiger Lösungen. In Indien gibt es nicht eine Wahrheit, sondern unendlich viele – und damit sind Kreativität und Innovationsgeist keine natürliche Grenzen gesetzt.

In der gesamten Weltgeschichte (beginnend mit der Hochkultur am Indus) war Indien Europa immer überlegen – wissenschaftlich und wirtschaftlich. Nur die industrielle Revolution, die von Europa ausging, hat die internationalen Machtverhältnisse für gut 200 Jahre umgedreht. Indien macht durch die Globalisierung wieder Boden gut. In den nächsten Jahrzehnten wird Indien wieder die Rolle einnehmen, die ihnen zusteht und die sie schon mal inne hatten – nämlich als Technologieführer und Wirtschaftsgroßmacht.

(Wolfgang Bergthaler)

Indien – die sympatische Supermacht

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Keiner kann die Faszination Indiens besser beschreiben, als der ehemalige Minister Shashi Tharoor. Seiner Meinung nach ist die Macht Indiens nicht militärisch oder rein wirtschaftlich begründet, sondern basiert auf der so genannten “Soft Power“, der kulturellen Attraktivität der indischen Nation („India is the country which tells the better story“).

In seinem lebhaften Vortrag beschreibt Tharoor diese weichen Faktoren und zeichnet ein sympathisch-authentisches Bild von Indien, wie es heute international wahrgenommen wird. Man denkt mittlerweile nicht mehr an Armut, Mutter Theresa und Schlangenbeschwörer, sondern an Bollywood, Yoga, Ayurveda oder IT. Er spricht auch von den positiven sozialen Entwicklungen durch neue Technologien und vom Humankapital, das Indien zu einer offenen, pluralistischen und attraktiven Gesellschaft macht.
Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit und Sie werden sich der Faszination Indien nicht mehr entziehen können.

Der Vortrag stammt von der TED-Konferenz, die im November letzten Jahres zum ersten Mal in Indien stattfand. TED (Abkürzung für Technology, Entertainment, Design) ist ein Konferenz-Format für eine ausgewählte Gruppe exklusiver Fachleute unterschiedlichster Fachgebiete und damit eine der hochkarätigsten Konferenzen der Welt. Am 11.September 2010 findet die erste Veranstaltungen nach dem TED-Konzept in Österreich statt: die http://www.tedxpannonia.com/

Wegen eines Skandals rund um die Lizenzvergabe der indischen Cricket-Profiliga IPL wurde Shashi Tharoor im April 2010 als politisches Bauernopfer zum Rücktritt gezwungen, gilt in der Bevölkerung aber noch immer als eine der charismatischen Figuren auf der politischen Bühne Indiens. Tharoor ist einer der bekanntesten indischen Schriftsteller, Journalisten, Kolumnisten und Menschenrechtsaktivisten dieser Tage. Vor seiner innenpolitischen Tätigkeit war er als Untergeneralsekretär einer der Stellvertreter des Generalsekretärs Kofi Annan und für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Er gilt als westlich geprägt, aufgeschlossen, modern, eloquent und hoch-gebildet. Er dissertierte im Alter von 22 Jahren mit dem akademischen Grad eines Ph.D., nachdem er zwei weitere „Master“ abgelegt hatte.
(Wolfgang Bergthaler)

Literatur-Tipp für die Urlaubstage

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Für all jene, die tiefer in die Hinter- und Abgründe der indischen Seele vordringen wollen, als ewig die selben oberflächlichen Geschichten zu hören und die falsch-verallgemeinernden Do’s und Don’ts der landläufiger „Indien-Wald- und-Wiesen Knigge“ satt haben, empfehlen wir „Die Inder – Porträt einer Gesellschaft“, von Sudhir & Katharina Kakar.

Der Psychoanalytiker Sudhir Kakar (oft auch als Sigmund Freud Indiens gehandelt) taucht wie kein anderer in die Untiefen der indischen Psyche ein, um uns Europäern die indischen Werte, Einstellungen und Verhaltensweisen verständlich zu machen.

Kakar wurde in Frankfurt am Main zum Psychoanalytiker ausgebildet, studierte vorher Maschinenbau (Bachelor) in Gujarat sowie Wirtschaft in Mannheim und Wien. Er praktizierte in New Delhi, lehrte in Harvard, Princeton und Chicago und lebt heute in Goa – gemeinsam mit seiner zweiten Frau Katharina, einer Religionswissenschaftlerin, mit der er dieses Buch publizierte.

Gemeinsam beantworten sie die Forschungsfrage „Gibt es eine gemeinsame indische Identität, lässt sich eine ‘indische’ Essenz finden, die eine Milliarde Menschen teilen?“. Dieses Buch spürt sensibel und kenntnisreich dieser Frage nach und entwirft ein eindrucksvolles Porträt des modernen Indiens.

Dabei werden die großen Themenbereiche von der hierarchischen Gesellschaft, deren soziale Wahrnehmung noch immer zutiefst vom Kastenwesen definiert wird, dem Einfluss der Familienbeziehungen  auf das Individuum und sein Handeln, über die Sexualität (insbesondere die spezielle Mutter-Sohn-Beziehung), Gesundheit bis hin zur ewig-schwierigen Hindu-Muslim-Beziehung, behandelt.

Im letzten Kapitel versuchen die Autoren die indische Weltanschauung, über eine Annäherung an die drei grundlegenden Prinzipien der Hindus, zu subsumieren: moksha (Erlösung als Lebensziel), dharma (“richtiges” oder “falsches” Handeln) und karma (die Folgen der eigenen Taten).

Fazit: Der Leser erfährt hier nicht nur das „Was?“ und „Wie?“ der indischen Kultur, sondern vor allem  „Warum?“, was vor allem für Indien-erfahrende Leser besonders spannend sein dürfte.

Viel Spaß beim Lesen! (Wolfgang Bergthaler)

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Muhammad Yunus in Springfield? Ausgezeichnet…

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George Bush Senior kann ein wirklicher unangenehmer Nachbar sein. Das wissen wir spätestens seit jener Folge der amerikanischen Comic-Satireserie “Die Simpsons”, in der sich der Ex-Präsident mit Familienvater Homer Simpson einen erbitterten Nachbarschaftsstreit liefert. Und Bush ist nicht der einzige Prominente, der einen Gastauftritt in der beliebten Serie hatte: Von Mozart bis zum Dalai Lama gab es so manch interessante Begegnung. In Zukunft sind die gelben Zeichentrick-Stars um einen weiteren Freund reicher: Muhammad Yunus, Gründer der Grameen Bank, Friedensnobelpreisträger und Inspiration für zahlreiche Social Entrepreneurship-Projekte, soll auch bald in die Liga der Simpsons-Gäste aufgenommen werden, berichtet das Grameen Creative Lab auf seiner Website.

Die Stimme von Yunus sei bereits eingesprochen, heißt es da. Folglich könne er bereits in einer der folgenden Episoden als Gelbling über die weltweiten TV-Schirme wandeln. “Wir wollen vor allem junge Menschen für das Prinzip des Social Business begeistern”, sagt Hans Reitz, Joint Venture Partner und Creative Director für Muhammad Yunus:”Die Simpsons sind dafür die perfekte Plattform.” Zu tun gäbe es für Yunus in der fiktiven Stadt Springfield jedenfalls genug: Ein Anti-Jugendgewalt-Programm für den Schüler Nelson wäre ebenso angebracht wie Pläne zu Erneuerbarer Energie – schließlich ist die Stadt von der ersten Episode an vom Besitzer eines Atomkraftwerks abhängig. (Stefan Mey)

Indien goes mobile (2/2)

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Abgesehen von den günstigen Datentarifen und neuen Endgeräten, sollte man nicht vergessen, dass derzeit 95% der Handy-Benutzer in Indien keine Smart Phones haben.

SMS als Killer-Applikationen
Diese 600 Millionen Kunden wollen trotzdem mobilen Content (v.a. Nachrichten und Unterhaltungsangebote sowie nützliche Information zu ihrer Einkommensquelle Landwirtschaft) konsumieren und Applikationen nutzen, die ihre Lebensverhältnisse verbessern – zum Beispiel ohne ein Bankkonto zu haben Geld mittels Handy zu überweisen. Letztes Jahr wurden 350 bis 400 Millionen Dollar für einfache SMS (& WAP) Dienste ausgegeben.
Die Start-Up Firma http://mytoday.com/ bietet ein perfektes Produkt für den indischen Markt: 200 verschiedene SMS-Abos um je 5 Rupien pro Monat (8 Cent) – von Nachrichten und Aktienkursen bis zu typisch indischen Angeboten zu den Themen Bollywood, Cricket oder Astrologie. Das Portal hat derzeit 4 Millionen Kunden und ist für 3% des gesamten indischen SMS-Verkehrs verantwortlich. Wenn jeder Kunde nur ein Angebot abonniert hat, macht das schon einen B2C Jahresumsatz von 4 Millionen Euro.
Derzeit konzentrieren sich die Mobile-Operators und Content Provider verstärkt auf diese BoP-Märkte und nehmen ganz bewusst minimale Deckungsbeiträge in Kauf, um das indische Milliardenpublikum zu erreichen. Die Kunden müssen technologisch und preislich dort abgeholt werden, wo sie sich gerade befinden. Sind sie einmal Kunden, werden diese bald auch für die neuen UMTS Dienste und Mehrwertleistungen interessant.

Zurück in die Zukunft
Damit überspringt die indische Masse beim Medienkonsum den Computer(Bildschirm) und geht vom TV gleich zum Handy-Screen, um dort die Informations-, Unterhaltungs- und Serviceangebote zu nutzen. Mobile Technologien bieten viele Vorteile in Märkten wie Indien: Günstige Endgeräte mit maximaler Mobilität haben geringe Anforderungen an die lokale Infrastruktur und zeichnen sich durch geringe Verbindungsentgelte und einfache Usability aus. Festnetztechnologien (Internet) für Wanderarbeiter, Bauern in angelegenen Dörfern und Menschen in Slums würden einfach keinen Sinn machen.
2014 soll es in Indien über eine Milliarde Handy Kunden geben. Die größten Geschäftspotentiale liegen in den Bereichen m-learning, Mobile Social Networking und Mobile Marketing. Angebote für Indien sind funktionell, preislich und technologisch weltweit für 4 Milliarden Menschen interessant. Das wissen auch die indischen Provider wie Bharti Airtel, die erst kürzlich Zain Telecom aus Kuwait um USD 10,7 Mrd. übernommen haben und damit Zugang zu 15 afrikanischen Ländern bekommen. Dieser Deal war der zweitgrößte internationale Merger einer indischen Firma.   (Wolfgang Bergthaler)

India goes mobile (1/2)

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Wie bereits von “Indische Wirtschaft” berichtet, verfügt Indien über weniger als 100 Millionen Internet-Benutzer und gilt, wider Erwarten, als absolutes IT-Entwicklungsland.

Wenig Geld für Online Werbung
Aber auch das Internet-Angebot (Portale, Online-Dienste etc) lässt zu wünschen übrig. Es gibt zu wenig Geld für Unternehmen, die ihre Website mit Werbung finanzieren (müssen). Die Umsätze aus  Online-Werbung lagen 2009 bei nur 150 Millionen USD – das sind lediglich 3% des gesamten Werbe-Kuchens (vgl.: in Deutschland sind es fast 20%). Die Marketer können eben über das Internet nicht so viele Menschen erreichen wie über TV, Radio, Print oder neuerdings Mobile-Marketing.
Im Vergleich dazu setzten die Mobilfunker im gleichen Zeitraum bei „Value-Added Services“ eine Milliarde Dollar um. Das bedeutet, dass die Konsumenten im mobilen Bereich sieben mal so viel Geld ausgeben wie werbende Unternehmen im klassischen Online-Bereich. Der höhere Umsatz resultiert in einem besseren/reiferen/umfassenderen/vielseitigeren mobilen Angebot.

Mobiles Internet boomt
Online-Angebot und Nachfrage sind also ausbaubar. Hohe Wachstumsraten werden derzeit nur im mobilen Sektor erzielt – sowohl bei den Datenkarten (2 Millionen), als noch viel extremer bei Datendiensten fürs Handy. Heute nutzen in Indien bereits 40 Millionen ihr Mobiltelefon für Internet-Dienste. Mit aktuellen Wachstumsraten von 100% p.a. wird die Anzahl der mobilen Verbindungen jene der fixen Anschlüssen zahlenmäßig in den nächsten Monaten bereits übertreffen.
So schlecht Indien bei der Verbreitung von fixen Internet-Anschlüsse liegt, im mobilen Bereich rangiert Indien im globalen Ranking (in absoluten Zahlen) hinter den USA gar an der zweiten Stelle.

Internet Häppchen – das mobile Nano-Net
Diese aktuelle Entwicklung wird vor allem durch die attraktiven Datentarife der Provider ermöglicht. Mobilfunkgesellschaften bieten derzeit 6 GB/Monat Datentransfer (GPRS) um weniger als 100 Rupien an, umgerechnet 1,50 Euro.
Es wäre nicht Indien, gäbe es nicht auch “Nano-Produkte” für finanzschwache Kunden. Tata Docomo bewirbt das wohl kleinste Internet-Paket der Welt: 24 Stunden unlimitiertes mobiles Internet um nur 5 Rupien – umgerechnet etwa 8 Cent. Damit gewinnen sie nicht nur neue Kunden am Fuße der Pyramide (Bottom of the Pyramid, BoP), sondern leisten auch einen Beitrag zu deren sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung. (Wolfgang Bergthaler)

Fortsetzung folgt …

Das Indernet, wie es leibt und lebt

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Entwicklungsland oder Frontrunner?
Indien hat derzeit weniger als 100 Millionen Internet Benutzer. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung (1,15 Mrd.) ist das lächerlich gering und international eine der schlechtesten Penetrationsraten – vergleichbar mit dem afrikanischen Kontinent. In China surfen bereits 400 Millionen im Netz.
Hier wird wieder mal das indische Zweiklassen-System deutlich. Am oberen Ende der Pyramide: Indien gefeiert als globaler Hub für Outsourcing und IT-Dienstleistungen, repräsentiert durch den urbanen Englisch-sprechenden Mittelstand (das Internet Angebot ist überwiegend in Englisch; Hindi oder Regionalsprachen spielen keine Rolle). Am unteren Ende die 700 Millionen Menschen in den Dörfern beziehungsweise Slums, mit geringem Bildungsgrad und schlechter Infrastruktur.
Diese Tatsache nimmt auch schon den zukünftigen Trend vorweg. Die Zukunft des indischen Internets liegt im mobilen Bereich. Schon heute gibt es 600 Millionen Mobilfunkkunden (10 mal mehr als Festnetz). Dieses Potential gilt es mit maßgeschneiderten Angeboten, Content und Services zu heben.

Das Ranking
Schauen wir uns die Top 20 Webseiten Indiens an und vergleichen diese mit jenen aus Deutschland. Die österreichische Internet Landschaft schaut ähnlich aus: die Platzierungen weichen nur geringfügig von einander ab; die deutschen Nachrichten-Dienst werden durch orf.at bzw. derStandard.at ersetzt. Die Statistik stammt vom Serverdienst Alexa (21.Juli 2010), der Daten zu Webseitenzugriffe sammelt, auswertet und darstellt:

INDIEN

  1. google.co.in
  2. google.com
  3. yahoo.com
  4. facebook.com
  5. youtube.com
  6. blogger.com
  7. orkut.co.in
  8. wikipedia.org
  9. rediff.com
  10. twitter.com
  11. orkut.com
  12. linkedin.com
  13. indiatimes.com
  14. wordpress.com
  15. googleusercontent.com
  16. live.com
  17. admagnet.net
  18. msn.com
  19. in.com
  20. microsoft.com
DEUTSCHLAND

  1. google.de
  2. google.com
  3. facebook.com
  4. youtube.com
  5. ebay.de
  6. wikipedia.org
  7. amazon.de
  8. spiegel.de
  9. yahoo.com
  10. bild.de
  11. web.de
  12. twitter.com
  13. gmx.net
  14. xing.com
  15. blogger.com
  16. uimserv.net
  17. t-online.de
  18. studiverzeichnis.com
  19. leo.org
  20. live.com

Google rulz
Die Suchmaschinen besetzen die Podestplätze im indischen Website-Ranking. Google ist auch in Indien der absolute Spitzenreiter (Rang 1 und 2). In Summe konnte sich der Internet Gigant aus Mountain View mit sechs Seiten in den Top 20 platzieren (google.co.in, google.com, orkut.co.in, orkut.com sowie youtube.com). Als Suchmaschine spielt Yahoo in Indien aber noch eine wichtigere Rolle als in Mitteleuropa und belegt den dritten Gesamtrang.

Facebook vs Orkut; und andere Social Networks
Social Networking ist für die beziehungsorientierten Inder die zweit-beliebteste Beschäftigung im Netz (5 Seiten unter den Top 20, wie Deutschland). Orkut dürfte in Summe etwa gleich stark sein wie der Weltmarktführer Facebook. Orkut ist ein bei uns weitgehend unbekanntes Social Network mit etwa 100 Millionen „Freunden“, davon etwa die Hälfte aus Indien. Diese unglaubliche Marktposition in Indien ist hauptverantwortlich für die Übernahme durch Google. In den letzten beiden Jahren konnte Facebook relativ gesehen Orkut einige Marktanteile abknöpfen.
Das weltweit größte Video-Portal YouTube belegt den fünften Gesamtrang.
Indien ist relativ Twitter-affin (Rang 10). So wurde auch schon so mancher politischer Skandal von twitternden Politikern angezettelt, dass sogar der Außenminister Sashi Tharoor zurücktreten musste.
Als Business-Netzwerk ist LinkedIn Favorit und ähnlich stark wie Xing in Deutschland und Österreich.

Von Blogging und Gratis-Websites
Die Tatsache, dass sich in der Wertung mit wordpress.com und blogger.com zwei Blog-Portale befinden, deutet auf eine aktive indische Blogosphäre sowie auf den Trend zu einfachen und billigen Webseiten zum Selbstbasteln hin.

Internationale Seiten statt lokalen Angeboten
Die ersten acht Plätze belegen internationale Angebote. Laut Alexa-Rating ist Rediff.com die Nummer eins der Webportale Indiens (Rang 9). Diese indische Firma, die bereits 1996 gegründet wurde, bietet auch ein beliebtes Freemail Service.
Man muss festhalten, dass sich unter den deutschen Top 20 (u.a. Spiegel, Bild, Web.de, GMX, T-Online, Leo.org) wesentlich mehr “heimische” Angebot befinden als in Indien. Ab Platz 20 wird es dann indischer: Indiens Nr 1 Jobportal Naukri.com, ein indischer SMS Dienst, die indische Eisenbahn sowie mehrere Banken.

Microsoft lebt
Auch Microsoft ist in Indien (noch) online überdurchschnittlich präsent. Unter den Top 20 finden sich live.com, msn.com sowie microsoft.com. In Deutschland schaffte es die Softwareschmiede aus Redmond mit live.com nur noch mit Ach und Krach auf Platz 20.

e-Commerce schläft
E-commerce ist in Indien wesentlich schwächer entwickelt als in Europa. In Indien schafft es kein Online-Händler unter die beliebtesten 20 Webseiten. In Deutschland belegen Ebay und Amazon Spitzenplätze.
(Wolfgang Bergthaler)

Das Geschäft mit der Spiritualität

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Diese Woche erreichte eine faszinierende Meldung unsere Reaktion: So mancher Verlust durch Aktien im Rahmen der Finanzkrise, überhaupt schlechte Geschäfte allgemein, hätten leicht vorhergesehen werden können. Der Grund dafür ist laut Bhaskar Jyotish, Autor des “Market Reports” klar: Kollege Bergthaler, der das Email erhalten hat, hat den Fisch im Aszendenten, und darüber steht Jupiter. Im Fünften Haus hat er das Sternzeichen Krebs, dummerweise beherrscht vom Mond.

Doch keine Sorge, laut Jyotish ist nicht alles verloren: Um 1750 Rupien (30 €) wird dem Kollegen angeboten, sich ein Horoskop erstellen zu lassen, um demnächst bei Geschäften nicht mehr in die Sternenfalle zu tappen. Trotz 30 Prozent Rabatt lehnten wir das Angebot ab.

Scharlatane sind in  Indien keine Seltenheit. Und nicht selten geht es darum, Ausländer über den Tisch zu ziehen. Der Autor dieser Zeilen weilte etwa einst in Jaipur, Bundesstaat Rajasthan; um der Hektik der Großstadt für ein paar Stunden zu entfliehen, erklomm er einen Hügel und gelangte zum Tempel des Gottes Surya. Ein Ort, der wirkte wie der Himmel auf Erden: Ruhig, es wehte ein leichter Wind, die Sonne schien; vom Hügel blickte ich hinab auf die Großstadt, um mich herum spielten Kinder. Eine wohlgenährte Priesterin saß auf dem Tempelboden. Ich setzte mich im Schneidersitz zu ihr, sie gab generische Phrasen von sich, die mir in diesem Augenblick sehr weise vorkamen. Mir war klar: Ich möchte diesen Ort fördern und werde ein wenig spenden; sodenn zückte ich meine Geldbörse und gab ihr 50 Rupien. “Nein”, wehrte sie ab: “Gib mir 100.”

Institutionalisierte Geldgier

Das sind kleine Ereignisse, die für sich genommen wenig Schaden anrichten. Kritischer wird es bei sektoiden Strukturen, wie sie etwa rund um das Konzept von “Transzendentaler Meditation” (TM) vorkommen. Die Lehren des Maharishi Mahesh Yogi finden weltweit großen Anklang, zu den bekanntesten Anhängern gehört der Filmregisseur David Lynch. Der Film “David wants to fly” von David Sieveking, der seit Mai in den Kinos läuft, zeigt allerdings, dass es hier um mehr geht als um spirituelle Erleuchtung: TM ist dem Film zufolge eine Geldmaschine, und Lynch ist das Marketing-Maskottchen. “Jogische Flieger”, die angeblich mit reiner Gedankenkraft fliegen können, werden hier ebenso durch den Kakao gezogen wie ein selbsternannter “König von Deutschland”, der mit der Kraft der Jogis ein “unbesiegbares Deutschland” schaffen möchte. Klingt gruselig und phantasiert – ist aber Realität.

Fazit: Der Film selbst ist empfehlenswert; Erleuchtung hingegen ist nichts, was man mit Geld erkaufen kann. Weder vom Hobby-Astrologen, noch von raffgierigen Sekten.  (Stefan Mey)

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